Ellenbogenluxation

Umgangssprachlich spricht man vom Ausrenken oder Auskugeln des Ellenbogens. Des Olecranon steht oft tastbar hervor und die Fixation im Gelenk ist federnd. Dazu treten meist Schmerzen, Druckschmerzhaftigkeit, Schwellung und eine Bewegungseinschränkung auf.

Nach der Schultergelenksluxation luxiert das Ellenbogengelenk am zweithäufigsten. Meist handelt es sich dabei um Sportverletzungen. Meist tritt die Luxation in Verbindung mit einigen Begleitverletzungen auf. Manche müssen operiert werden, um die Funktionsfähigkeit wiederherzustellen.

Diagnostik und Behandlung

Meist ist der Ellenbogen verformt. Ein gesunder gebeugter Ellenbogen bildet mit beiden Humerusepikondylen und mit dem Olecranon das „Huetersche Dreieck“. Ist der Ellenbogen hingegen gestreckt, bilden diese Knochen und die Spitze des Olecranon eine gerade Linie. Hier fällt beim luxierten Ellenbogengelenk der Hervorstand des Olecranons auf.

Um knöcherne Begleitverletzungen auszuschließen, wird eine Röntgenaufnahme in 2 Ebenen durchgeführt. Oft treten noch Frakturen des Radiusköpfchens, der Humerusepicondylen (medial, lateral) oder des Proc. coronoideus zusätzlich auf.

Bei der Ellenbogenluxation erfolgt meist an Ort und Stelle das Einrenken. Manchmal ist das auch erst unter lokaler Betäubung möglich. Sinnvoll ist auch eine Ruhigstellung von ca. 2 Wochen, bei operierten Begleitverletzungen (z. B. Kapselbandrupturen, Luxationsfrakturen, instabile Luxationen, Gefäß- oder Nervenverletzungen (Fallhand - Schwurhand - Krallenhand) sind mindestens 3 Wochen sinnvoll. Allerdings besteht die Gefahr von Funktionsverlusten bei einer längeren Schonung über zwei Wochen.

Ein unkomplizierter Krankheitsverlauf und eine schnelle, möglichst schonende Einrenkung, Gipsverband in Verbindung mit einer kurzen Ruhigstellungszeit – alles trug zu einem günstigen Behandlungsergebnis bei. Bei Ellenbogenluxationen ohne Fraktur verwendet man eine Funktionsschiene, um den luxierten Ellenbogen so schnell wie möglich wieder zu mobilisieren.

Bei instabilen Bändern kann es jedoch immer wieder zu einer Luxation kommen. Vorbeugend empfehlen sich hier krankengymnastische Übungen, die zur Kräftigung der Umgebungsmuskulatur dienen und die gesamte Gelenkstabilität verbessern.