Osteochondrosis dissecans

Der Begriff bezeichnet eine Erkrankung der Knochenzone, die unter dem Gelenkknorpel liegt. Dabei ist als Folgeerscheinung eine Beschädigung des Knorpels möglich. „Dissecans“ aus dem Lateinischen bedeutet „losgelöst“. Ein Knorpelstück samt darunter befindlichem Knochen kann sich also herauslösen und zu einem Defekt der Gelenkfläche führen. Diesen freien Gelenkkörper nennt man „Gelenkmaus“. Er führt zu einer starken Bewegungsbeeinträchtigung im erkrankten Gelenk. Auch Gelenkblockaden können auftreten, die schmerzhaft sind. So eine Gelenkmaus kann an allen möglichen Gelenken auftreten, meist geschieht das jedoch im Knie- oder Sprunggelenk. Klemmt sich eine Gelenkmaus ein, kommt es zu einer Sperre im Gelenk und zu plötzlich auftretenden heftigen Schmerzen. (Vergleich: Osteochondrosis dissecans am Knie)

Als Ursache werden Überlastungen als am wahrscheinlichsten angesehen. Als Vorbelastung besteht meist unterhalb des Knorpels eine Durchblutungsstörung. Dort kommt es zu einer Osteolyse, einer Auflösung des Knochengewebes. Der Knorpel bildet sich langsam zurück. Winzige Frakturen (Mikrofrakturen) sorgen für die Entstehung einer Gelenkmaus, die oft ertastet werden kann.

An Osteochondrosis dissecans erkranken bevorzugt Jugendliche in der Wachstumsphase, besonders Sportler aus der Gymnastik und den Wurfsportarten. Die Beschwerden beschränken sich auf untypische, lateral betonte Ellenbogenschmerzen mit Einschränkung der Beweglichkeit. Je früher die Diagnose erfolgt, desto größer der Therapieerfolg.

Untersuchung

Auf Röntgenaufnahmen a.p. bei einem gebeugten Ellenbogengelenk (45°) sieht der Mediziner im Anfangsstadium, dass der laterale Anteil des Capitulum humeri (Oberarmköpfchen) abgeflacht ist. Später zeigen sich Aufhellungssäume unter den Knochenkernen. Deutliche hypointense Signale (T1-Wichtung) im Magnetresonanztomogramm deuten auf eine Osteochondrosis dissecans hin. Jetzt sollte eine konservative Therapie mit einer Dauer von sechs Monaten erfolgen. Später sieht man auf T2-gewichteten Aufnahmen eine hohe Intensität des Signals.

Behandlungsmöglichkeiten

Mit einer dreimonatigen Ruhigstellung des erkrankten Gelenkes kann man bei Kindern meist eine Ausheilung bewirken. Sind die Beschwerden chronisch (Erwachsene), empfiehlt sich eine Arthroskopie des Gelenkes. Je nach der vorgefundenen Knorpelbeschaffenheit wird ein weiteres therapeutisches Vorgehen diskutiert. Ein neueres Verfahren stellt dabei die Knorpel-Transplantation dar (Eigenmaterial). Das Mittel der Wahl ist eine Knochen-Knorpeltransplantation. Auch eine extrakorporale Stoßwellentherapie kann helfen, die noch nicht abgespaltenen Anteile zu revitalisieren.

Schlägt die konservative Behandlung fehl, sollten operative Möglichkeiten zur Reduktion der Kompression in Erwägung gezogen werden.